Mittwoch, 18. Juli 2018

Ausgabe / Logistik und Fördertechnik

5000 Aussteller, darunter 650 Logistiker, sind in Hannover präsent.

23.04.2018
Artikel Nummer: 600
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Wer sich nicht digitalisiert wird abgehängt

Die Schweiz hat sich anlässlich der Industriemesse in Hannover und der CeMAT technisch prominent positioniert. Allen voran mit dem update des Maschinenwesens von ANYbotics aus Zürich.


Roboter, die sich ihrem menschlichen Gegenüber anpassen, AR-Brillen, die ihren Träger mit Informationen versorgen, und lernende Maschinen, die sich selbst optimieren. "Die Fabrik der Zukunft ist eine mitdenkende Fabrik mit dem Menschen im Mittelpunkt", idealisiert Jochen Köckler, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Messe, anlässlich der Eröffnung der Hannover Messe und zugleich der CeMAT im Beisein der deutschen Bundeskanzlerin Angela Markel und des mexikanischen Präsidenten Enrique Peña Nieto die Rolle fortlaufender Innovationen. Dabei kommt es – selbstverständlich – auf die jeweilige Anwendung an. In Produktionsstätten, Logistikzentren und Kraftwerken.

Alle Welt spricht von China, der neuen aufstrebenden, in allen wirtschaftlichen Belangen rasant aufholenden aber oft auch kritisierten „Supermacht“. Dabei gibt es auch andere: Eben – neben Indien – natürlich auch Mexico zum Beispiel. Die Eröffnungsfeier stand im Zeichen des internationalen Freihandelsabkommens, auf das sich Mexiko und die EU am Samstag geeinigt hatten. Künftig wollen die Länder 99 Prozent ihrer Waren zollfrei handeln. Das diesjährige Partnerland der Messe ist kein Zufall: Gerade für die deutsche Automobilindustrie spielt es eine zentrale Rolle. Mehr als 160 mexikanische Unternehmen präsentieren auf der Messe ihre Produkte und werben um Innnovationspartnerschaften.

Auch wenn Elon Musk jüngst eingestanden hat, dass er den menschlichen Faktor unterschätzt habe und dass die Anlaufschwierigkeiten beim Volumenmodell Tesla 3 hauptsächlich auf seinen Automatisierungswahn zurückzuführen sind ("Maschinen, die Maschinen bauen!") - die Zukunft der Produktion liegt wohl trotzdem exakt hier. Ein Roboter, dem in der jüngeren Vergangenheit besonders viel mediale Aufmerksamkeit zu Teil wurde, soll auch diesmal wieder faszinieren. ANYbotics aus Zürich hat ihren tierischen ANYmal jetzt mit dem ANYdrive ins Laufen gebracht.

 Unter dem Leitthema "Integrated Industry – Connect & Collaborate" präsentieren mehr als 5 000 Aussteller aus 75 Ländern ihre Technologien für die Fabriken und Energiesysteme der Zukunft. Sechzig Prozent der Aussteller kommen aus dem Ausland. Die Top-Ausstellernationen sind Deutschland, China, Mexiko, Italien, Niederlande und Frankreich. Wie Roboter, Drohnen oder Sprachassistenten die Logistikprozesse verändern, ist Thema der mehr als 650 Aussteller auf der Intralogistikmesse CeMAT, die in diesem Jahr gemeinsam mit der Industriemesse ausgerichtet wird. Enrique Peña Nieto zufolge sei Mexico „eine der am stärksten in die Weltwirtschaft integrierten Ökonomien“. Carl Martin Welcker, Präsident des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) betonte die tragende Rolle des Mittelstands in der Entwicklung industrieller Innovationen. In neuerlich aufkeimendem Protektionismus sähe er eine wesentliche Gefahr: "Ganz gleich ob virtuelle oder echte Mauern – jeder verliert." Er verstehe das Messemotto "Connect und Collaborate" darum auch als politischen Auftrag, Brücken zu bauen. Im Rahmen der Eröffnungsfeier wurde Endress + Hauser mit einem Thermometer, das sich selbst kalibriert, dem iTHERM TrustSens TM371, zum Gewinner des diesjährigen Hermes Award gekürt. Das Gerät soll in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie eingesetzt werden, wo bekanntlich schon geringste Abweichungen der Temperatur verheerende Folgen für die Ware haben und im Zweifel sogar Menschenleben gefährden können. Damit alle Temperatursensoren jederzeit exakt arbeiten, mussten Unternehmen bislang mehrmals im Jahr aufwendige Kalibrierungen vornehmen. Das „TrustSens“ automatisiert den Vorgang.


 

 

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