Montag, 18. Dezember 2017

Ausgabe / Logistik und Fördertechnik

Nicht weit entfernt: Sitz der WIPO in Genf.

21.11.2017
Artikel Nummer: 520

VNL fühlt sich verunglimpft

Unmut über Nachkontrolle durch die KTI / Wiederholt anberaumte Gespräche über Einigung in Urheberrechtsfragen abgesagt


Inzwischen wurden Veränderungen am Auftritt der Schweizer Adaption der „Logistics Hall of Fame“ vorgenommen. Trotzdem fühlen sich die Initiatoren durch die Kritik an ihrem Remake verunglimpft. Logistik & Fördertechnik hatte mehrfach darauf hingewiesen, dass die anfänglich in grossen Teilen erfolgte Anlehnung an ein bereits seit 2003 existierendes Original deutliche Zweifel an der Authentizität zulasse. Die KTI hatte ausgerechnet die Schweizer Version als „besonders gelungen“ und deshalb „förderungswürdig“ in den Mittelpunkt einer „success story“ gestellt. „Logistik & Fördertechnik“ nahm dies zum Anlass, die Subventionspraxis zu hinterfragen - zumal der künftige Chef der Nachfolge-Organisation Innosuisse, André Kudelski, in einem Interview mit „Le Matin Dimanche“ zu „mehr Risikofreude“ aufgerufen hatte (siehe Logistik & Fördertechnik 09_2017). Gleichzeitig fragte Nationalrat Christian Imark, Fraktionskollege von Adrian Amstutz, Nationalrat und Zentralpräsident des Schweizerischen Nutzfahrzeugverbandes ASTAG, in der Bundesversammlung nach, warum denn die KTI den Verein Netzwerk Logistik (VNL) mit jährlichen Zahlungen in Mio.-Höhe unterstütze, obwohl dessen Themen bereits durch Verbände wie ASTAG, GS1 Schweiz und den Swiss Shippers Council (SSC) wahrgenommen würden.

Gegenüber Logistik&Fördertechnik beschwerte sich der VNL, der von Swissprofessionalmedia namentlich gar nicht ins Spiel gebracht worden war, dieser Tage über eine Nachkontrolle durch die KTI. Die blieb erfolglos - wohl deshalb, weil der VNL sich – wie bereits 2015 - auf eine angeblich „einvernehmliche Lösung“ mit der „Hall of Fame“-Geschädigten berief. Als „verletzend“ würde der VNL auch den verbandsinternen Hinweis eines Medienpartners an das Präsidium des Intralogistikvereins ILS werten, dass im benachbarten Deutschland, „wo Subventionen für alles und jede Blödheit“ in Anspruch genommen würden, auch eine durch unvollständige Angaben erzielte Zuteilung von Fördergeldern als unzulässig eingestuft würde. Wiederholt anberaumte Gespräche mit dem Ziel einer tatsächlichen Übereinkunft mit der Urheberin der Originalveranstaltung wurden zuletzt Mitte November abgesagt. Ein Bericht aus Logistik & Fördertechnik vom Vormonat, dass sich „mit der Pinocchio-Nase“ eines verlängerten Zinkens zur Aufnahme von XXL-Papierrollen in der Papierindustrie der Ausschuss deutlich verringern liesse, blieb dagegen sowohl durch den betreffenden Staplerhersteller wie auch auf Seiten etwaiger weiterer Akteure völlig unbeanstandet.

 

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