Montag, 18. Dezember 2017

Ausgabe / Logistik und Fördertechnik

Der Transport von online bestellten Lebensmitteln, die unterschiedliche Lagertemperaturen brauchen, wird die Branche vor grosse Herausforderungen stellen.

05.12.2017
Artikel Nummer: 523

Rollende Distributionszentren

Daimler integriert Internet-Anbindung in die neue Sprintergeneration / Lebensmittel aus dem online-Shop stellen neue Anforderungen an temperaturgeführte Transporte auf der „letzten Meile“.


Daimlers neue Sprinter-Generation wird eine Art rollendes Distributionszentrum sein, das per onboard-IT vollständig ins Internet der Dinge integriert sein wird. Optimierte Lieferzeiten steuern auf 30 bis 60 Minuten zu - der Kunde soll dort seine Ware erhalten, wo er sich gerade befindet. Bei der neuen Sprinter-Generation soll die Internetanbindung als fester Bestandteil in die Infrastruktur des Fahrzeugs integriert werden. Antriebsseitig sollen in den kommenden Jahren alle gewerblichen Baureihen als Elektromodelle verfügbar werden. Den Anfang macht der eVito, der seit wenigen Tagen bestellbar und in der zweiten Jahreshälfte 2018 verfügbar ist. Auf den eVito folgt der eSprinter in 2019. Der Logistikdienstleister Hermes und Mercedes-Benz Vans starten Anfang 2018 mit einer Pilotphase in Hamburg und Stuttgart, auf absehbare Zeit soll die Elektroflotte 1500 Transporter für die Paketzustellung umfassen.

Die Zahl der weltweit verschickten Sendungen unterstreicht die Entwicklungsdynamik der Paket- und Kurierbranche: Wurden 2014 global rund 44 Mrd. Pakete ausgeliefert, stieg die Zahl innerhalb von zwei Jahren um knapp 48 Prozent auf 65 Mrd (Quelle: Pitney Bowes 2017 – Parcel Shipping Index). Studien rechnen noch bis 2025 mit zweistelligen Wachstumsraten per anno. Zwar wachsen damit auch die Umsätze der KEP-Dienste, gleichzeitig steigt aber auch der Effizienzdruck.

Der Transport von online bestellten Lebensmitteln, die unterschiedliche Lagertemperaturen brauchen, wird die Branche vor grosse Herausforderungen stellen. Fahrzeug-Features und Assistenzsysteme sollen in einer weiteren Entwicklungsstufe durch Kühlaufbauten mit unterschiedlichen Klimazonen sowie den digitalen Nachweis über die Einhaltung der Kühlkette auf den „Letzten Meile“ ergänzt werden.

 

Mehr zum Thema