Sonntag, 20. Mai 2018

Ausgabe / Logistik und Fördertechnik

Auszeichnung für die gelungene Arbeit in Suhr.

23.04.2018
Artikel Nummer: 601

IFOY-Award für das Migros Verteilzentrum in Suhr

Das Schweizer Projekt des Systemintegrators und Automatisierungsanbieters Witron aus Parkstein wurde für die Umsetzung der Omnichannel-Distribution bei der "migrolino" ausgezeichnet. Dafür gab es viel Beifall bei der IFOY-Night zur CeMAT in Hannover.


Für die vielen Kunden der Tankstellen-Shops in der Schweiz ist es längst Gewohnheit, dass hier alles „wie am Schnürchen“ läuft. Doch hinter den Kulissen war es eine Meisterleistung, die „migrolino“-Versorgung mit der regulären Distribution der Migros-Filialen zu verbinden. Dafür gab es jetzt im Rahmen der CeMAT in Hannover eine überraschend klare Auszeichnung für Witron. Nach dem sechsmonatigen Auswahl- und Testprocedere zum internationalen Intralogistik-Wettbewerb IFOY ist der Preis für die „migrolino“-Installation ein weiteres Zeichen dafür, dass Systemlösungen bei dem ursprünglich als „International Forklift of the Year“ (somit als Staplerwettbewerb) gegründeten Award rasch an Stellenwert hinzugewonnen haben. Diesmal, sagt Anita Würmser, geschäftsführende Vorsitzende der Jury, sei es auf der Zielgeraden „so eng wie nie zuvor“ gewesen. „Es war die härteste und engste Entscheidung, die wir bislang hatten. Unsere Audits ergaben, dass alle Finalisten in puncto Qualität, Innovation und Praxistauglichkeit ihren Wettbewerbern nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der Praxis weit voraus sind", so Anita Würmser. Was mancher, der diesmal nicht mit von der Party war, vielleicht gar nicht so gerne hören mag.

In der Königsklasse der "Integrated Warehouse Solutions" holte sich die Witron Logistik + Informatik GmbH jedenfalls mit Bravour die Auszeichnung für die gelungene Arbeit in Suhr. Witron ist es als bisher erstem Systemintegrator weltweit gelungen, eine ganzheitliche Omnichannel-Lösung zu entwickeln und die volatile Kleinmengen-Kommissionierung der migrolino mit dem Migros-Filialgeschäft zu kombinieren.

Nicht so ganz verwunderlich ist, dass der neue RX 20 des Hamburger Herstellers Still zum besten Stapler des Jahres gekürt wurde. Der wendige 1,6-Tonner Allrounder für den Innen- und Außeneinsatz ist der einzige Staplertyp, der wahlweise mit Batterien der Schaltung A oder B fahren und sowohl Blei-Säure- als auch Lithium-Ionen-Batterien verwenden kann.

Erstmals gingen mit dem weiterentwickelten ECE 225 von Jungheinrich und dem Wegard Trail des Hamburger Start ups Wegard zwei Finalisten punktgleich über die Ziellinie. Der halbautomatische ECE 225 folgt intuitiv bedienbar und zuverlässig seinem Bediener. Anläufe hierzu gab es bei verschiedenen Herstellern schon in ansehnlicher Zahl und mit hohem Aufwand. Der 2,5-Tonnen Kommissionierer stellt hier allerdings die bislang ausgereifteste Lösung dar. Der Wegard Trail ist der erste modulare Routenzug mit autonom und elektronisch gelenkten Achsen. Im IFOY Test überzeugte er durch hohe Spurtreue und problemlose Fahrmanöver beim seitlich Einparken, Rangieren oder Rückwärtsfahren.

Einen zweiten IFOY Award holte sich Jungheinrich in der Kategorie „Special of the Year“ mit dem technologieübergreifenden SLH300 Ladegerät für Flurförderzeuge – ein ladeseitiges Konzept, das auf andere Weise als bei Still vor allem bei Mischflotten den Umstieg von der herkömmlichen Blei-Säure- auf die Lithium-Ionen-Technologie erleichtern wird. In der Kran-Kategorie holte sich – in diesem Fall keine Überraschung - der Turmdrehkran MK 140 von Liebherr eine Auszeichnung. Das 5-Achs-Modell ist nur 15,97 Meter lang und der erste Kran, der mittels VarioJib den Katzmodus für schnellen und vollelektrischen Umschlagbetrieb und den Wippmodus für Spezialeinsätze vereint. Er erreicht Traglasten bis zu 1.900 Kilogramm und Hubhöhen bis 94 Meter sowie bis zu 65 Meter Ausladung, was bislang nur mit grösseren oder rüstintensiven Geräten erreicht werden konnte.

Träger des IFOY Award ist der Fachverband Fördertechnik und Intralogistik im VDMA. IFOY Partner sind die CeMAT, Weltleitmesse der Intralogistik, Hannover, sowie die Messe München mit ihren Messen transport logistic, bauma und IFAT. Schön, dass der Wettbewerb bislang noch nicht raubkopiert wurde. Einschlägig für dahingehend unbekümmerte Piraterie bekannte „Adaptoren“ würden dann sicher behaupten, die Urheberin, die übrigens dieselbe ist, die durch die schweizerische Version der „Hall of Fame“ in Mitleidenschaft gezogen wurde, habe sich „einverstanden erklärt“. Vermutlich wäre ohnehin der Aufwand zu hoch, statt Plaudereien auch das nötige Fachwissen mitbringen und die Fahrzeugtests organisieren zu müssen.

 

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