Freitag, 26. April 2019

Ausgabe / Logistik und Fördertechnik

Vor allem in asiatischen Megacities werden stossfeste Komponenten gebraucht.

09.04.2019
Artikel Nummer: 772
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Erdbebensichere Betonfertigteile für Mega-Cities auf Abruf

Vollert präsentiert auf der bauma 2019 ein neues Verfahren zur Herstellung vorgespannter Hohldecken. Die Referenzen reichen vom Ericsson-Hauptquartier bis zum Hauptbahnhof Eurostation II in Brüssel.


Zur bauma 2019 in München präsentiert der auch vom Logistik-Anlagenbau her bekannte Spezialanbieter Vollert vom 8. bis 14. April (Halle B1, Stand 311) die neuesten Maschinenkonzepte zur modernen Betonfertigteilproduktion. Im Mittelpunkt steht unter anderem ein neuartiges Herstellverfahren für vorgespannte, erdbebensichere Hohlkörperdecken. Zudem können Besucher virtuell 360° live vor Ort in aktuelle Anlagenprojekte in Europa und Asien eintauchen sowie mehr über die neuesten Trends bei Produktions-Leitsystemen erfahren.

Moderne Fertigteil-Architektur verändert die Bauweise auf der ganzen Welt. Neue Wohn- und Bürokomplexe, Universitäten, Krankenhäuser, Logistikzentren und Parkhäuser entstehen in den wachsenden Megacitys in Asien, Südamerika und im Rest der Welt mit industriell vorgefertigten Wänden, Decken und Sonderbauteilen. Um das Bausystem auch in seismischen Hochrisikozonen wirtschaftlich einzusetzen, bedarf es jedoch neuer Technologien.

Bereits 2015 entwickelte Vollert zusammen mit dem Bauunternehmen BauMax ein spezielles Bausystem für das erdbebengefährdete Chile basierend auf Massivbetonteilen. Zur bauma 2019 wird jetzt erstmalig ein erdbebenfestes Bausystem mit vorgespannten Hohlkörperdecken präsentiert. Die Hohldeckenelemente werden dabei nicht mehr im Extrusions- oder Gleitfertigungsverfahren hergestellt, sondern im Palettenumlaufprinzip. Bewehrungsmatten und Verbindungsarmierungen ergeben eine kraftschlüssige erdbebensichere Verbindung der Deckenteile später auf der Baustelle, zudem verringert die größere Deckenbreite die Verlegezeit und die Kranhübe auf der Baustelle; auch die bisherigen Ausschusskosten durch Restabschnitte sowie der kostenintensive Sägevorgang entfallen.

Neue interessante Anlagenprojekte gibt es auch in Europa. Ein Highlight in der industriellen Serienfertigung architektonisch anspruchsvoller Betonfertigteile setzen Kerkstoel 2000+ und Vollert in Zusammenarbeit mit Prilhofer Consulting aktuell in Belgien. Vielfältige Betonelemente der Kerkstoel-Gruppe finden sich in modernen Wohn- und Bürokomplexen, aber auch in Einkaufszentren, Bahnhöfen und Flughäfen. „Dies reicht vom Ericsson-Hauptquartier in Zaventem, dem Hauptbahnhof Eurostation II in Brüssel bis zum Justizgebäude in Antwerpen. Ein echtes architektonisches Highlight“, schildert Pascal Kerkstoel. Um weiter Trends zu setzen, investiert der belgische Baustoffspezialist in Grobbendonk in eine neue Massiv-, Doppel- und Sandwichwandfertigung für mannigfaltige Bauteilgeometrien und Kundenausführungen. Damit können Betonelemente mit sehr unterschiedlichem Komplexitätsgrad zur gleichen Zeit hergestellt werden, ohne dass die Anlagenproduktivität sinkt.

 

 


 

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