Sonntag, 23. September 2018

Ausgabe / Logistik und Fördertechnik

Das Universum als Klein(st)teilelager: Das IML berät die Planer im CERN

15.04.2018
Artikel Nummer: 598
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Die Nummer Eins unter den Teilchen-Beschleunigern

(Intra)logistik und das CERN in Genf haben etwas gemeinsam: Sie bringen Kleinteile auf Tempo. Das Fraunhofer-IML plant den "Materialfluss" für den neuen "Futur Circular Collider"


Der leistungsstärkste Teilchenbeschleuniger der Welt, der Large Hadron Collider der Europäischen Organisation für Kernforschung CERN in Genf, ist seit September 2008 in Betrieb. Sein Laufzeitende ist für 2035 geplant. Aber was kommt danach? Über 70 Teams planen den Nachfolger »Future Circular Collider«. Das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML hat das Logistikkonzept für das Jahrtausendprojekt entwickelt und stellte die Ergebnisse einer Vorstudie Mitte April in Amsterdam vor.

Dort treffen sich Fachwelt und die an der Planung beteiligten Teams alljährlich zu einer «FCC-Week». Um neue Erkenntnisse in der Hochenergie-Physik gewinnen und so vielleicht den Beweis für die so genannte Dunkle Materie liefern zu können, bedarf es eines neuen Teilchenbeschleunigers. Um das notwendige Energieniveau für die Experimente zu erreichen, müssen energiereichere Teilchen verwendet werden – mit dem Large Hadron Collider (LHC) unmöglich. Die Lösung: ein noch grösserer Beschleuniger. Nicht mehr rund 27 km, sondern bis zu 100 km Umfang soll der Future Circular Collider (FCC) haben. Die dafür benötigten Bauteile werden weltweit gefertigt und müssen innerhalb von ein bis zwei Jahren an die Baustelle des FCC geliefert werden – eine logistische Herausforderung. Das Fraunhofer IML hat seit 2017 den gesamten Transport der Bauteile beleuchtet: den oberirdischen Transport der Bauteile zur Baustelle mittels verschiedener Verkehrsmittel, wie auch die unterirdischen Transport innerhalb der Baustelle. Zu den Bauteilen zählen auch Dipol-Magnete, die später die beschleunigten Teilchen innerhalb des Tunnels auf Kurs halten werden. Bei 4000 bis 6000 Magneten von jeweils 60 bis 80 Tonnen Gewicht ist der Transport eine Mammutaufgabe. Vor allem, da die Hochleistungsmagnete extrem sensibel sind und im montierten Zustand nur sehr geringe Erschütterungen und Beschleunigungen von unter 0,1 g vertragen. Lesen Sie dazu unseren ausführlichen Bericht in der nächsten Ausgabe Nr.4 der "Logistik & Fördertechnik".


 

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